Jahresbericht 2010

Rückblick und Dank

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass wir im vergangenen Jahr eine Belegung von 113.1% verzeichneten. Diese hohe Belegung war möglich dank der sehr guten Zusammenarbeit mit den assoziierten Fachpflegefamilien. Konkret teilte sich die Belegung wie folgt auf: 105.1% im „Holee“ und 8.0% bei den Fachpflegefamilien. Um die Kinder, welche uns anvertraut sind, bei dieser doch hohen Belegung adäquat und individuell zu begleiten, ist der Stellenschlüssel im pädagogischen Bereich weiter erhöht.
Im 2010 hatten wir 22 Eintritte und 24 Austritte. Die meisten Kinder werden uns, nebst verschiedenen Sozialdiensten und Vormundschaftsbehörden, von der Abt. Kindes und Jugendschutz (AKJS) zugewiesen. Unser primär anzustrebendes Auftragsziel ist, wenn dies möglich ist, eine bald mögliche Rückplatzierung. Im vergangenen Jahr konnten 17 Kinder wieder nach Hause gehen – dies ist immer wieder im „Holee – Alltag“ ein schöner Moment. Die Zahl der Pflegfamilienplatzierung via „Holee“ war letztes Jahr signifikant höher (6). Hinzu kam noch eine Adoption eines Kleinkindes.
68% der Kinder kommen aus Basel Stadt, 24% aus Basel Land und 8% aus anderen Kantonen (Aargau / Bern). Interessant ist, dass der Anteil der Schweizer Kinder mit 68% erstaunlich hoch ist.

Die Zusammenarbeit mit den assoziierten Fachpflegefamilien hat sich profiliert und ist eine sehr gute Ergänzung zum Angebot im „Holee“ mit einer ebenfalls hohen Betreuungsqualität.   Die oftmals herausfordernde Elternkooperation kann in der Zusammenarbeit mit der einweisenden Behörde und uns zielführend geleistet werden. Hier möchte ich mich bei den Fachpflegefamilien für ihre Flexibilität und Belastbarkeit herzlich bedanken.

Neben der pädagogischen Arbeit ist die Elternkooperation eine herausfordernde und sehr wichtige Aufgabe. Nebst den üblichen Standortgesprächen bieten wir noch folgenden unterstützende Gefässe an: Begleiteter Spielgruppenbesuch, Einzelgespräche mit der Heimpsychologin, betreute Besuchszeiten (intern / extern), Besuche zu Hause, Vernetzung vor Ort. Ziel ist es abzuklären, welche Ressourcen die Eltern bezüglich der Betreuung ihrer Kinder haben (ist eine Rückplatzierung möglich / Alternativen) – diese Ressourcen situationsgerecht zu fördern und unterstützende Massnahmen bei der Rückplatzierung einzuleiten.
Bei der Elternkooperation handelt es sich grundsätzlich um eine beratende sowie begleitende Unterstützung für die Eltern (Eltern – Kind – Holee).

Auf der Personalebene hatten wir im vergangenen Jahr weiterhin eine recht stabile Situation. Weiterhin arbeiten eine Grosszahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei uns, welche schon sehr lange im Holee tätig sind. Dies ist eine spürbare Qualität in der verlässlichen, kontinuierlichen Beziehungsarbeit. Für diesen enormen Erfahrungswert, gepaart mit einer grossen Belastbarkeit und Flexibilität seitens der MitarbeiterInnen, bin ich sehr froh! Aber auch alle Mitarbeiterinnen, welche neu zu uns gestossen sind bringen viel Wertvolles mit sich: Neue Sicht auf gewohntes, andere Persönlichkeiten, welche uns ergänzen und uns auf eine positive Art  herausfordern. Bei aller Vielfalt (und gerade dadurch!) bin ich froh für dieses engagierte, belastbare und herzliche „Holee –Team“.

Für die gute Zusammenarbeit mit den einweisenden Ämtern sei hier ausdrücklich gedankt und ich hoffe, dass unser Ziel in oftmals komplizierten Situationen unkomplizierte,

flexible und qualitativ gute Hilfe zu bieten weiterhin spür- und erlebbar ist. An dieser Stelle möchte ich auch den Behörden des Kantons, den unterstützenden Fachleuten, den Schulen und Kindergärten für die vertrauensvolle und zielgerichtete Zusammenarbeit herzlich danken (auch für den gesunden Humor in der einen oder anderen Situation, welcher es in unserer Arbeit einfach auch braucht). Danken möchte ich auch allen Gönnern und Freunden des „Holee’s“ für ihre Treue und Freundlichkeit.

Manchmal kommen kleinere und grössere Herausforderungen unserer Arbeit aus ganz überraschenden Richtungen. Kürzlich fragte mich ein Zweitklässler: „Du Herr Gusset, bechömet dir eigentlich Gäld dass dir uf uns lueget“? Einfach Frage – eigentlich einfach zu beantworten. Aber man spürt schnell, dass diese Frage auch eine versteckte Beziehungsfrage beinhaltet. Wir hatten ein etwas längeres und gutes Gespräch … auch für mich.
 
Edgar Gusset / Heimleiter

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Gut zu wissen

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